Vereinsgeschichte von 1905 bis 2005

Vereinsgeschichte 1905 – 1930

 Wurden Gänse, Enten, Hühner, Tauben und Kaninchen bis Mitte des vorletzten Jahrhunderts in Europa fast ausschließlich nach wirtschaftlichen beziehungsweise regionalen Bedürfnissen gezüchtet, so begann man etwa zu dieser Zeit auch Rassen gezielt heraus zu züchten. Impulse hierfür wurden unter anderem durch Importe von Seefahrern aus dem asiatischen Raum gegeben. Erste Ausstellungen fanden statt, und man begann sich gemeinsam zu organisieren. Die ersten Vereine wurden gegründet. Im Jahre 1905 schlossen sich Kaninchenhalter aus Arheilgen zusammen und gründeten den Kaninchenzuchtverein. Sehr bald stellte sich die Rassekaninchenzucht in den Vordergrund. Durch Anschaffung von Ausstellungskäfigen – finanziert durch Anteilscheine der Mitglieder – war man in der Lage, durch Ausstellungen in der Öffentlichkeit zu werben. Angeregt durch diese Arbeit der Kaninchenzüchter fanden sich auch Hühnerhalter zusammen und gründeten den Geflügelzuchtverein. Beide Vereine waren zahlenmäßig klein und wuchsen nur langsam in der Mitgliederzahl. Großer Idealismus war nötig, um bestehen zu können. Kaninchenzüchter und Geflügelzüchter schlossen sich ihren Verbänden an und genossen dort höchstes Ansehen. So wurde den Kaninchenzüchtern 1918 die Provinzial-Verbandsschau übertragen. Der 1. Weltkrieg hinterließ deutliche Spuren im Mitgliederkreis. Erschwerend für die Vereinsarbeit wirkte sich auch die Inflation im Jahre 1923 aus. Die Versammlungen wurden schwächer besucht. Protokolle halten fest, dass sogar Generalversammlungen aufgrund zu geringer Beteiligung nicht stattfinden konnten. Am 18. Januar 1925 wurde in der Generalversammlung des Kaninchenzuchtvereins der Antrag gestellt, Verbindung zum Geflügelzuchtverein aufzunehmen, um einen Zusammenschluss zu ermöglichen. Aus diesem Grund einigte man sich zunächst keinen Vorstand zu wählen. Ein Zusammenschluss fand aber noch nicht statt. In der Generalversammlung am 6. März 1926 waren acht Mitglieder anwesend, Da sich in punkto Zusammenschluss nichts weiter entwickelt hatte, wurde beschlossen, den Verein bis auf weiteres ruhen zu lassen, jedoch pro Monat einen Beitrag von zehn Pfennig zu erheben. Die Generalversammlung am 21. Januar 1927 beschließt mit acht gegen eine Stimme den Zusammenschluss mit dem Geflügelzuchtverein. Der Verein führte nun den Namen: „Geflügel- und Kaninchenzuchtverein“. Herr Jakob Alemann wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Langsam zeichnete sich eine Aufwärtsentwicklung ab. Die Versammlungen wurden besser besucht, da sich der Vorstand bemühte, interessante Themen auf die Tagesordnung der Versammlungen zu bringen. Verlosungen wurden durchgeführt, eine Fellsammelstelle eingerichtet. Über die Vereinskasse wurde Futter in größeren Mengen eingekauft und konnte dadurch preisgünstiger an die Mitglieder abgegeben werden, denn die 30er Jahre mit der hohen Arbeitslosenzahl brachten auch vielen Familien unseres Vereins wirtschaftliche Not. 1930 übernahm Konrad Döbel den Vorsitz. Mit dem benachbarten Verein Wixhausen wurde eine Interessengemeinschaft gegründet. Ziel der Handlung war es, größere und schönere Ausstellungen dem Publikum zu zeigen. Am 6. und 7. Dezember 1930 wurde zur Jubiläumsschau eingeladen, auch die Zuchtfreunde aus Wixhausen stellten aus. Die erste Gemeinschaftsausstellung fand großen Anklang bei den Besuchern. Am Abend des 6. Dezember 1930 wurde im Ausstellungslokal zum „Weißen Schwanen“ im kleinen Rahmen das 25-jährige Bestehen gefeiert. Im Mitgliederkreis beider Vereine verlebten die Gäste einen harmonischen Abend. Froh gelaunt trennte man sich in dem Bewusstsein, das 1. Vierteljahrhundert des Geflügel- und Kaninchenzuchtvereins beendet zu haben.  

1931 – 1955

Die Aufwärtsentwicklung des Vereins zeigte einen deutlichen Anstieg der Mitgliederzahl. Die Kassenverhältnisse hatten sich gebessert und ermöglichten die Rückzahlung der einst geleisteten Anteilscheine. Die zweite Interessenschau mit Wixhausen fand am 4. Dezember 1931 in Wixhausen statt. Nicht alle Mitglieder konnten sich damals eine Fachzeitung leisten. Aus diesem Grund wurde die Geflügelbörse vom Verein bestellt und jeder hatte nun die Gelegenheit, dieselbe zu lesen. Die im Jahre 1929 gegründete Jugendgruppe verstärkte sich deutlich. Im Jahre 1932 kaufte der Verein einen Zuchtstamm Hühner und drei Zuchthäsinnen, um neue Rassen in den Verein zu bekommen. Da es mehrere Interessenten für diese Tiere gab, musste das Los entscheiden. Die glücklichen Gewinner hatten vom Vorstand ausgearbeiteten Bedingungen anzuerkennen. Bedingt durch die damaligen politischen Verhältnisse wurde in der Mai–Versammlung 1933 bekannt gegeben, dass ab sofort die Organisationen aufgelöst sind. Alle Vereine gehören jetzt dem Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter an. Richard Flach wurde 1935 zum neuen Vorsitzenden gewählt. Im Jahre 1936 wurde der Vereinsname auf Verfügung des Reichsverbandes Deutscher Kleintierzüchter in „Kleintierzüchterverein H 3 Darmstadt–Arheilgen“ geändert. Interessante Themen in den Versammlungen, Vorträge gehalten von Preisrichtern, Verlosungen von Futter und Geräten, sowie Pflege der Geselligkeit waren Gründe für ein gutes Vereinsklima. Trotz aller Bemühungen des Vorstandes, das Beste für den Verein zu tun, wurden Stimmen laut, den Verein wieder zu trennen in einen reinen Verein für Geflügel- oder Kaninchenzüchter. In der Generalversammlung am 10. April 1937 wurde diesbezüglich ein Antrag eingebracht. Die Abstimmung ergab 15 Stimmen für die Trennung, acht dagegen und eine ungültig Stimme. In der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 30. April 1937 erklärten Vertreter der Organisation, dass die Richtlinien des Reichsverbandes keine Trennung zulassen. Die Geflügelzüchter, die diesen Antrag eingebracht hatten – hätten sich neu gründen können, aber das Vermögen wäre im Besitz des bestehenden Vereins geblieben. Eine Trennung fand nicht statt. Der Vorstand trat zurück. Es wurde neu gewählt. Der spätere Ehrenvorsitzende Heinrich Gimbel, übernahm das Amt des Vorsitzenden. Er leitete die Geschicke des Vereins von 1937 bis 1958.

 

In den Jahren nach 1937 wurde den Vereinen zur Auflage gamacht, in der Kleintierzucht mehr auf Wirtschaftlichkeit zu achten. Leistungsrassen bei Hühner, Wirtschaftsrassen bei Kaninchen haben Vorrang, Legelisten sind zu führen, um den Leistungsnachweis zu erbringen. Stallbauten unterliegen Vorschriften und werden bezuschusst. Die Leistungsgruppe „Schönheit und Leistung“ wurde gegründet. Viele unserer Mitglieder gehörten derselben an und erfüllten die geforderten Richtlinien.

Der Krieg brach aus! Das Halten von Kleintieren wurde immer schwieriger wegen der knappen Futterlage. Durch Einberufung zahlreicher Mitglieder zum Wehrdienst und Dienstverpflichtungen leidet das geordnete Vereinsleben sehr. Die Versammlungen wurden immer schwächer besucht. Der Futtermangel ließ kaum eine Jungtierschau zu. Infolge der Kriegswirren in Deutschland ruhte ab August 1944 das Vereinsleben vollkommen. Nach Anerkennung des Vereins nach Kriegsende durch die Militär–Regierung konnte erstmals wieder am 25. November 1945 zur Versammlung eingeladen werden. Bedingt durch die schlechte Ernährungslage, wollte jeder Kleintiere halten und Mitglied des Vereins werden. Die Anmeldezahlen wurden so groß, dass sich der Dachverband genötigt sah, Ende des Jahres 1947 eine vorübergehende Mitgliedersperre anzuordnen. Zu dieser Zeit war es auch in unserem Verein keine Seltenheit, mehr als 50 Mitglieder in einer Versammlung zählen zu können. Noch mehr hätten gerne Tiere gehalten, hatten aber kein Gelände hierfür. So wurde immer stärker die Zuchtplatzfrage in den Verein getragen. In der Generalversammlung 1948 wurde eine Kommission gewählt, welche sich hierum kümmern sollte. Im Jahre 1952 war es dann soweit. Ein Gelände von 3.780 Quadratmeter längs am Jungfernweg Flur 17, in Verlängerung der Felsbergstraße, wurde gekauft. Bedingt durch die Umlegung und das starke Interesse der Firma Merck an diesem Gelände, wurden keine Vorarbeiten für das Anlegen eines Zuchtplatzes geleistet. Das Gelände wurde der Firma Merck verkauft. Ein neues Grundstück für einen Zuchtplatz am Wachtelweg ging in den Besitz des Vereins über. In den Tageszeitungen wurde den Kleintierhalter mitgeteilt, dass hier eine Parzelle zu haben ist. Mitglieder und Pächter beginnen die Wasserversorgung zu sichern, und das Gelände einzuzäunen. Der Verein wurde auf Grund dieses Besitzes beim Amtsgericht in das Vereinsregister eingetragen. Im Sommer 1954 war die Einzäunung fertig. Am 28.August 1954 wurde eine kleine vereinsinterne Einweihung gefeiert.

 Die Jahreshauptversammlung am 24. Januar 1955 verweist auf das 50-jährige Jubiläum. Eine Kommission wurde beauftragt Vorbereitungen zu treffen für ein festliches Begehen. Als Auftakt des Jubiläums wurden zu Ostern von Mitgliedern Eier gespendet, die gefärbt und mit Süßigkeiten in den Kindergärten als Ostergeschenk verteilt wurden. Die Jubiläumsfeier fand am 1. Oktober 1955 im „Weißen Schwan“ Statt. Vertreter unserer Organisation, Vertreter ortsansässiger Vereine, sowie geladene Gäste nahmen hieran teil. Ein Unterhaltungsprogramm wurde dargeboten. Von gestiftetem Geflügelfleisch servierte der Schwanenwirt ein Festessen für alle Teilnehmer. Tanz hielt alle Besucher bis in die frühen Morgenstunden zusammen. Der Jubiläumsschau am 19. und 20. November 1955 gab man ein besonderes Gepräge. Ein Katalog wurde gedruckt. Er beweist heute noch das vielseitige Rassebild, das dem damaligen Publikum vorgestellt wurde. Lob von allen Seiten war der Dank für alle, die dabei mitgeholfen haben. Dieser Zeitabschnitt unserer Vereinsgeschichte war ein harter Weg. Krieg sowie Geldentwertung, trennten viele nicht von Ihren Tieren und auch nicht vom Verein. Bei allem Einsatz für den Verein - es gibt Stunden, an welche man gerne zurückdenkt. Nicht vergessen wollen wir die schönen Tagesausflüge. Beim Blick zurück wollen wir nicht vergessen, einen Mann zu erwähnen, der über diesen Zeitabschnitt wie ein nie erlahmender Motor Vereinsarbeit geleistet hat, unser verstorbenes Mitglied Franz Frank.  

1956 – 1980  

Mit Beginn dieses Zeitabschnittes unseres Vereinslebens begann sich der Mitgliederstand einzupendeln, Abgänge und Neuaufnahmen hielten sich die Waage. Der Durchschnittsbesuch der Mitgliederversammlung lag zwischen 20 bis 25 Mitgliedern. Einer jeden Versammlung ging eine Vorstandssitzung voraus; Themen für die Versammlung wurden dabei festgelegt. In der Jahreshauptversammlung am 22. Februar 1958 legte der Vorsitzende Heinrich Gimbel aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. 23 Jahre stand er dem Verein vor. Zum Dank für die geleistete Arbeit zum Wohl des Vereins wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Paul Herweck, einer der jüngeren Generation, wurde sein Nachfolger. Ebenso wurden noch mehrere jüngere Mitglieder in diesen Vorstand gewählt. Da sich in diesen Jahren viele Mitglieder entschlossen, auf Großen Schauen im Bundesgebiet als Aussteller und Besucher dabei zu sein, wurden die Vorstandsmitglieder mit zusätzlicher Arbeit belastet. Aus diesem Grund wurde eine Kommission gewählt, die Zuchtplatz–Angelegenheiten übernahm. Die Mitglieder Karl Straub, Heinrich Lindenlaub und Karl Dörr nahmen diese Wahl an. Die Versammlungen liefen im regelmäßigen Plan weiter. Der Vorstand bemühte sich, ständig erfahrene Leute für unsere Interessen zu gewinnen, um unsere Zusammenkünfte anzuregen. Vergessen wir nicht die lehreichen Vorträge in Wort und Bild unseres bekannten Ehrenmeisters der Rassegeflügelzucht Herrn Georg Beck aus Sprendlingen. Dort war zu dieser Zeit eine Hochburg der Deutschen Zwerghuhnzucht beheimatet. Unser damaliger Schriftführer Wilhelm Fleck hatte regen Anteil, diesen anerkannten Fachmann in die Versammlung zu holen, um über Zuchtfragen zu sprechen. Im Jahre 1965 übernahm der Verein die Kreisschau für Kaninchen. Am 4. und 5. Dezember. Ausgestellt waren 673 Tiere im „Weißen Schwan“ ausgestellt. In diesem Jahr übernahm das heutige Ehrenmitglied Willi Kaiser das Amt des 1. Vorsitzenden. Die erste Freilandschau unseres Vereins wurde am 4 September 1966 auf dem Schulhof der Carl-Ulrich-Schule durchgeführt. Schwere Rassen in Stämmen 1,2 und Herden 1,4 wurden in freien Gehegen (1 Meter hohe Drahtumzäumung) untergebracht. Für Zuschauer ein äußert schönes Bild. Leichte Rassen, Tauben und Kaninchen, waren in Käfigen zu bewundern.

 Der Zuchtplatz am Wachtelweg hatte ständig zwei Schattenseiten als Begleiter. Erstens war das Gelände an regnerischen Tagen zu nass. Als Auslauf für die Hühner ungeeignet. Zweitens gab es Gerede von der Umwandlung des Geländes in Bauland. Keiner der Beteiligten – weder Verein noch Pächter – hatte den Mut, in einen Stallbau viel Geld zu investieren. In der Versammlung am 15. Juli 1966 wurde mitgeteilt, dass den Pächtern auf dem Zuchtplatz wahrscheinlich zum 1. Oktober 1966 gekündigt werden muss. Grund: Umwandlung des Geländes in Bauland. Auf Befragen der anwesenden Mitglieder, ob der Verein einen Zuchtplatz brauche, waren von 19 anwesenden Mitgliedern 17 dafür, zwei enthielten sich der Stimme. Durch die Abstimmung war dem Vorstand die Aufgabe gestellt, Ausschau nach neuem Gelände zu halten. Der alte Zuchtplatz musste Ende 1966 abgegeben werden, da die Fläche zum Baugebiet erklärt wurde. Im Jahre 1967 wurde das Gelände an der Weiterstädter Straße – 5.000 Quadratmeter groß - von der Stadt Darmstadt erworben. Durch Umsicht und Fachkenntnisse einiger Mitglieder wurde ein Plan entwickelt, der dieses wüste Gelände in einen Zuchtplatz umformen sollte. Viel Mut, Fleiß und Ausdauer waren nötig, dieses Werk zu beginnen und zu vollenden. Im ersten Abschnitt wurden die Wasserversorgung (Brunnen) gesichert und eine Umzäunung aus bestem Material erstellt. Anschließend wurden ein Vereinsheim mit Bewirtschaftung und Lagerhalle, sowie drei Ställe in Massivbauweise errichtet. So war es möglich, am 24. August 1969 den Zuchtplatz der Öffentlichkeit vorzustellen, und mit ihm auch die erste Freilandschau in eigenen Gelände zu verbinden. Etwa 30 Kaninchen, 50 Hühner und 50 Tauben standen in den Käfigen, welche weit aufgelockert in den breiten Gängen der Zuchtanlage aufgebaut waren. Ein herrliches Bild für den Besucher, der eine Freilandschau zum ersten Mal sah. Ein stolzer Tag für die Mitglieder, die maßgeblich daran beteiligt waren diesen Bauabschnitt zu vollenden.  

Von 1970 bis 1972 war Herbert Müller der 1. Vorsitzende des Vereins, ihm folgte das heutige Ehrenmitglied Heinrich Hergert. Er leite den Verein erfolgreich bis 1982. Dass sich durch unsere Liebhaberei auch freundschaftliche Bande anknüpfen lassen, zeigt eine Einladung von Schweizer Zuchtfreunden zu deren 25-jährigem Jubiläum. Mit einem Bus wurde im März 1971 eine 3-Tage-Fahrt unternommen. Ein Gegenbesuch der Schweizer Züchter erfolgte im Juni 1976. Nahezu 40 Personen fanden bei unseren Züchterfamilien freundschaftliche Aufnahme. Allen Beteiligten werden diese Tage in angenehmer Erinnerung bleiben. 1978 nahm der Verein am AEWG-Fastnachtsumzug unter dem Motto „Fuchs Du hast die Gans vergessen“ teil. Beim Zuchtplatzwettbewerb der Darmstädter Kleintierzuchtvereine im Jahre 1976, wurde dem Arheilger Verein der 1. Preis zuerkannt. Ein Geldgeschenk wurde anlässlich der 5. überörtlichen Freilandschau übergeben. Diese Schau dürfte wohl die sein, welche die meisten Erinnerungen weckt. Die Werbetrommel für diese Veranstaltung wurde kräftig gerührt. Ein Spielmannszug marschierte durch die Straßen und spielte auf. Ihm folgte ein Kabinen-Express der Brieftaubenzüchter mit Tauben. Ein kleines Festzelt, musikalische Unterhaltung, Getränke und zu Essen gab es in großer Fülle. Fast tausend aufgelassene Brieftauben machten für kurze Zeit den Himmel trüb. Nahezu 600 Tiere standen in Volieren und Käfigen in den breiten Gängen der Zuchtanlage. Vertreter der Stadt Darmstadt und unserer Verbände sprachen dem Verein und seinen Helfern Anerkennung aus. Beim Weiterbau des Zuchtplatzes wurde eine Toilettenanlage moderner Art ihrer Bestimmung übergeben. Jeder Stall ist mit Strom und Wasser versorgt. Eine deutliche Bereicherung für jeden Pächter, was sich besonders in den Wintermonaten zum Vorteil auswirkt.  

1981 – 2005  

In den folgenden Jahren war der Ausbau und die Erweiterung des Zuchtplatzes ein wesentlicher Bestandteil der Vereinsarbeit. Viele Veranstaltungen und Ausstellungen wurden durchgeführt. Eine Ausstellungs- und Lagerhalle wurde am Zuchtplatz errichtet. Das Vereinsheim erhielt ein großzügiges Vordach, um weitere Sitzgelegenheiten zu schaffen. Als Wetterschutz für die Türen wurden an sämtlichen Ställen und Gebäuden Vordächer angebracht. Diese wurden von Gerhard Grüneberg und Günter Hundsdorf angefertigt und montiert. Nach 1976 nahm der Verein 1981 zum zweitenmal am Zuchtplatzwettbewerb der Darmstädter Kleintierzuchtvereine teil und belegte den zweiten Platz. Am Festumzug der Freiwilligen Feuerwehr Arheilgen anlässlich einer Jubiläumsveranstaltung nahmen wir mit einem Motivwagen teil. Eine willkommene Gelegenheit, den Verein der Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Oktober 1981 fand die überörtliche Freilandschau bereits zum zehnten Mal statt. In diesem Jahr verstarb der Ehrenvorsitzende Heinrich Gimbel. 1982 wird Ludwig Krug zum Vorsitzenden gewählt. Besonders zu erwähnen ist der unvergessliche Busausflug in den Odenwald mit vorangegangener Besichtigung des Darmstädter Vivariums. 1983 war viel zu tun auf unserem Zuchtplatz, viele Arbeitseinsätze waren von Nöten. Seit jeher war die Hotel–Gaststätte „Weißer Schwan“ das Ausstellungslokal für unsere Lokalschau, doch im Zuge weitgreifender Modernisierungsmaßnahmen war es ab 1985 nicht mehr gestattet, Tierausstellungen in diesen Räumen abzuhalten und somit fand 1984 die letzte Lokalschau an diesem traditionsreichen Ort statt. Die Nationalen Rassegeflügelschau in Nürnberg war Ziel einer Busfahrt in diesem Jahr. Als neue Ausstellungshalle wird seit 1985 die HEAG-Halle im Herzen von Arheilgen genutzt. 1150 Jahre Arheilgen, dieses Stadtteil-Jubiläum wurde 1986 ganz groß gefeiert. Wir waren auch dabei. Mit einer Fußgruppe nahmen wir als Federviehverkäufer am historischen Festumzug teil. Die überörtliche Freilandschau konnten wir zum 15ten Mal ausrichten. Mit tiefer Trauer hatten wir den Verlust von Ludwig Gebauer zu beklagen. Zu seinem Andenken benannten wir die Lokalschau 1987 in „Ludwig-Gebauer-Gedächtnisschau“ um.  

 

1988 wurde die Idee geboren, Kindergärten in Arheilgen zu Ostern mit bunten Eiern zu beschenken Es wurden Eier von den Mitgliedern gespendet und bei der Familie Hundsdorf gefärbt. Besonderen Anklang bei den Kindern fand immer das mitgebrachte Kaninchen. In den folgenden Jahren wurden die Kindergärten in der Bachstraße, in der Hofgasse und in der Rodgaustraße zu Ostern besucht. Ein Busausflug in den Odenwald war wieder einmal ein Höhepunkt des Vereinsjahres. 1989 löste Wilfried Kaiser den Vorsitzenden Ludwig Krug ab. Im Mai unternahmen wir eine Fahrradtour zum Naturfreundehaus und ließen den Tag auf unseren Zuchtplatz ausklingen. Der Zuchtplatz wurde 20 Jahre alt und im Rahmen der Feierlichkeiten wurde die Mitglieder geehrt, die sich für die Errichtung und Erhaltung des Zuchtplatzes besonders verdient gemacht hatten. Im gleichen Jahr fand in Egelsbach eine Vergleichsschau der Vereine Gräfenhausen, Wixhausen, Egelsbach und Arheilgen statt, an der wir uns erfolgreich beteiligten. 1990 wurde beim Finanzamt Darmstadt die Gemeinnützigkeit beantragt. Hierzu musste im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung eine Satzungsänderung beschlossen werden. Paul Herweck und Heinrich Hergert wurden zum Meister des Landesverbandes der Rassegeflügelzüchter Hessen Nassau ernannt. In diesem Jahr nahmen wir wieder einmal am AEWG-Umzug in Arheilgen mit einem Motivwagen teil. „Ach Du dickes Ei“ lautete unser Motto. 1991 ist unser Vorstandsmitglied Christian Steiger nach langer schwerer Krankheit von uns gegangen. Zu seien Ehren wurde die Lokalschau als „Christian-Steiger-Gedächtnisschau“ durchgeführt. Auf der 20. überörtlichen Freilandschau kam zum ersten Mal das neue Ruthsenbach-Band zur Vergabe. Die ersten Erringer aus unseren Reihen waren Ludwig Krug und Peter Wagner. Diese Band war von nun an eine begehrte Trophäe bei unserer Ausstellung und trug somit wesentlich zur großen Beliebtheit unserer Freilandschau bei. 1992 unternahmen wir einen Ausflug in den Luisenpark nach Mannheim. Zu Ostern 1993 bauten wir einen Stand vor dem „Goldenen Löwen“ auf und verschenkten Ostereier. 1994 wurden im Zuge eines Arbeitseinsatzes auf dem Zuchtplatz mehrere Bäume gepflanzt. Auch nahmen wir in diesem Jahr mit einer Fußgruppe wieder einmal am AEWG-Umzug in Arheilgen teil. Unser Motto lautete: „Achtung die Zuchtrammler kommen“.

Im Jahre 1995 gab Wilfried Kaiser den Vorsitz des Vereins ab, als Nachfolger wurde der heutige Vorsitzende Gerhard Grüneberg gewählt. Um die Freilandschau aufzuwerten, es war in diesem Jahr bereits die 24., wurde nach langer Zeit wieder ein Ausstellungskatalog angefertigt. Da dieser außerordentlich gut bei den Ausstellern ankam, fertigten wir von nun an jedes Jahr zur Freilandschau einen Katalog. 1998 wurden Willi Kaiser, Heinrich Hergert und unser langjähriger 1. Schriftführer Günter Hundsdorf zu Ehrenmitglieder des Vereins ernannt. Im Jahre 1999 wurde der Zuchtplatz 30 Jahre alt. Die Feier fand im Rahmen der 28. Freilandschau statt. Aus diesen Anlass erhielten die erfolgreichsten Aussteller jeder Sparte einen gestiften Bierkrug. Im Jahre 2000 kamen Aussteller aus ganz Deutschland nach Arheilgen, denn Ludwig Krug hatte die Ausrichtung der Hauptsonderschau des Sondervereins der Laufentenzüchter Deutschlands übernommen. Hans Heinrich Eißler errang in dieses Jahr auf der Nationalen Rassegeflügelschau in Nürnberg den Goldenen Siegerring auf seine „Genuine Homer“. Die 30. überörtliche Freilandschau im Oktober 2001, es war die letzte Ausstellung dieser Art, die wir zu organisierten. Sie war mit über 600 Tiere von 66 Austellern bewertet von neun Preisrichtern das Maximale, was zu erwarten war und gab der Schau einen dem Anlass entsprechenden Rahmen. Die Ausstellungsleitung oblag, wie in den Jahren zuvor, unserem Zuchtwart Hans Heinrich Eißler. Als zusätzlicher Anreiz für die Züchter, ihre Tiere zu unserer letzten Freilandschau zu melden, wurden gestiftete Jubiläumsbänder vergeben. Im gleichen Jahr beteiligten wir uns an der 1. AEWG-Ausstellung des Geflügelzuchtvereins Wixhausen auf deren Zuchtplatz. Wir waren mit 63 Tieren vertreten und belegten den ersten Platz. Im Jahre 2003 bei der 2. AEWG-Ausstellung mussten wir dem Gastgeber den Vortritt lassen und belegten somit Platz 2. Im Jahr 2003 wurde von einem Mitglied eine kleine Brutmaschine in einen Kindergarten aufgestellt und die Kinder konnten somit die Entstehung vom Ei zum Küken und deren weitere Entwicklung direkt miterleben. Dieses fand so großen Anklang bei den Kindern, Erziehern und Eltern, dass diese Aktion 2004 wiederholt werden konnte.  

Freude zu haben und Freude zu geben, darin habe wir stets den tiefen Sinn in unserer Vereinsarbeit gesehen. Eine Vereinsarbeit die nunmehr auf 100 Jahre zurückblicken kan

 Bei allen Arbeiten für den Verein und den Zuchtplatz wollen wir nicht vergessen, dass es die Kleintierzucht ist, welche uns zur Gemeinschaft vereint. Mit Beginn des neuen Kalenderjahres sind wir gedanklich schon damit beschäftigt, Zuchttiere auszuwählen, die uns im bevorstehenden Zuchtjahr bessere Nachzucht bringen sollen. Die Verpaarung, die Aufzucht der Jungtiere und im Herbst die ausgereiften Tiere – ein spannender Zeitabschnitt. Wer will dann seine besten Tiere auf Ausstellungen nicht zeigen.

Mitglieder des Kleintierzüchtervereins H3 Darmstadt–Arheilgen e. V. beschicken seit Jahren große Schauen im Bundesgebiet. Viele hohe Auszeichnungen wurden schon errungen. Der Siegering, das Jahrtausendband, Blaue Bänder bei der Deutschen Junggeflügelschau in Hannover, Siegerbänder bei den Nationalen Rassegeflügelschauen, Vorzüglich, Hervorragend, Hessenbänder und Bänder auf Sonderschauen, sowie Deutsche–Meister- und Hessenmeistertitel, sind Zeugnisse der Erfolge unserer Mitglieder, in allen Bereichen unseres züchterischen Wirkens mit Kaninchen, Enten, Hühnern, Zwerghühnern, Tauben und Ziergeflügel.

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1. Vorsitzende

1905 – 1927 nicht mehr bekannt

1928 – 1930 Jakob Alemann

1931 – 1935 Konrad Döbel

1936 – 1937 Richrad Flach

1937 – 1958 Heinrich Gimbel

1959 – 1965 Paul Herweck

1966 – 1970 Willi Kaiser

1971 – 1972 Herbert Müller

1973 – 1982 Heinrich Hergert

1983 – 1988 Ludwig Krug

1989 – 1994 Wilfried Kaiser

1995 – 2005 Gerhard Grüneberg

2006 -- heute Frank Klatt